KOMM im Detail

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KOMM ist eine Beratungsstelle für die Schulen im Sozialraum „Darmstadt Innenstadt Süd“.

Sie bietet im Rahmen der schulbezogenen Sozialarbeit Beratung, Clearing und ggf. Vermittlung von Hilfen in schwierigen Situationen, die u.a. zu Schulabsentismus führen können oder bereits geführt haben. Kinder, Jugendliche, deren Eltern und Lehrkräfte werden in das Beratungsangebot einbezogen. In diesem Sinne arbeitet KOMM konzeptionell-methodisch und strukturell-organisatorisch präventiv und sozialraumorientiert.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von KOMM begreifen Schulabsentismus als ein Symptom. Hinter diesem Symptom verbergen sich individuelle, familiäre, sozial- und schulstrukturelle Problemlagen, die durch Schulabsentismus sichtbar werden. Erst als Sekundäreffekt entwickelt sich Schulabsentismus vom Symptom zum eigenständigen „Störungsbild”.

Grundlage bei der Entstehung des Arbeitsansatzes von KOMM ist die Theorie, dass Schulabsentismus ein Endpunkt langfristiger und schwieriger Kommunikations- und Lernprozesse ist. Diese finden zwischen SchülerInnen, deren Bezugspersonen und Lehrkräften statt. Lediglich Absentismus (lat. Abwesenheit) als Konsequenz kritischer Lebensereignisse wie z.B. der plötzliche Tod eines Familienmitglieds muss keine längere Vorgeschichte haben. Schulabsentismus ist ein Symptom.

Die unterschiedlichen Arten von Schulverweigerung lassen sich nicht einseitig als „Verhaltensstörung” individualisieren und linear auf einzelne Ursachen zurückführen. Sie sind eingebettet in einen lebensweltlichen und lebensgeschichtlichen Kontext. Das Verhalten aller Parteien und die Erwartungen und Bewertungen der Umwelt verstärken und bedingen sich gegenseitig (Interaktionismus). Die Beteiligten schaffen gemeinsam die soziale Wirklichkeit „Schulabsentismus” als Reaktion auf konkrete Schwierigkeiten und Anforderungen unter Rückgriff auf erlernte Verhaltens- und Erklärungsmuster.
Schulabsentismus bzw. Schulverweigerung manifestiert sich in der Regel zwischen dem 12. und dem 14. Lebensjahr. Doch Vorboten einer beginnenden Verabschiedung vom Unterricht lassen sich schon wesentlich früher beobachten. Sowohl passive Spielarten der Verweigerung wie z.B. Träumen, Zu-Spät-Kommen, häufige Krankmeldungen als auch aktive Erscheinungsformen wie z.B. Stören und „Kaspern“ sind bereits in Grundschulen zu finden.

Die Zielsetzung der Arbeit von KOMM ist in erster Linie, die Verfestigung von Schulmüdigkeit bereits im Vorfeld zu verhindern. Durch frühzeitiges Erkennen und Bearbeiten von Problemlagen wird den unterschiedlichsten Ausformungen von Schulabsentismus vorgebeugt.